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Risiken beherrschen

Innovationen in Prävention und Bekämpfung von Tierseuchen

Die grenzüberschreitende Entwicklung und Erprobung von effektiven Werkzeugen zur Prävention und Bekämpfung von Tierseuchen war das erklärte Ziel des Projekts ‘Risiken Beherrschen'. Deutsche und niederländische Akteure aus privatwirtschaftlichen und staatlichen Einrichtungen arbeiteten auf Initiative der Landwirtschaftsministerien der Niederlande und Nordrhein-Westfalens an gemeinsamen Problemlösungen. Das Grenzgebiet beider Länder gilt mit seiner hohen Viehdichte und den vielseitigen Handelsbeziehungen als ein zusammenhängendes Risikogebiet für Tierseuchen. Dies erfordert nicht nur eine enge Abstimmung der bislang national ausgerichteten Tierseuchenpolitik, sondern vielmehr ein gemeinsames Vorgehen in Fragen der Prävention und Beherrschung von Tierseuchen.

Tierseuchen – dazu zählen vor allem die Maul- und Klauenseuche (MKS), die Klassische Schweinepest (KSP) und die Geflügelpest (GP) – sind seltene, aber bedrohliche Ereignisse. Im Krisenfall kann es zu erheblichen ökonomischen und wettbewerbspolitischen Konsequenzen für die unmittelbar betroffene Region und deren Handelspartner rund um die Welt kommen. Der vergleichsweise kurze Ausbruch der MKS im Jahr 2001 in den Niederlanden hinterließ einen gesamtwirtschaftlichen Schaden von rund einer Milliarde Euro.

Die Arbeitspakete des Projekts

Die Projektaufgaben der Gruppe ‘Risiken beherrschen’ wurden unter den Überschriften Prävention und Bekämpfung zu insgesamt sechs verschiedenen Themenpaketen geschnürt. Ziel eines der Arbeitspakete war die Entwicklung eines neuen Frühwarnsystems, das die Erkennung von Seuchenerregern beschleunigt und somit den ökonomischen Schaden verringert. Konkret ging es um ein Modell zum überbetrieblichen Informationsmanagement und ein Verfahren zur risikoorientierten Betriebsüberwachung. 

Neue Strategien für eine grenzüberschreitende Tierseuchenbekämpfung wurden in Arbeitspaket 2 formuliert. In enger Abstimmung zwischen Wissenschaftlern der Universitäten in Wageningen und Bonn erweitern diese ihre Simulationsprogramme zur wirtschaftlichen Folgenabschätzung von Tierseuchenausbrüchen. Daraus leiten sich Handlungsempfehlungen zur Gestaltung eines deutsch-niederländischen Bekämpfungshandbuchs exemplarisch für die klassische Schweinepest ab. Der politische Rahmen für eine Ausdehnung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit ist geschaffen. Sie ist die Voraussetzung für die Wege der operativen Umsetzung von Präventivmaßnahmen in die täglichen Abläufe von Landwirten, Beratern, Schlacht- und Verarbeitungsunternehmen und verantwortliche Behörden und Krisenstäbe.