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Arbeitspaket 4

Ganzheitliche Auswertung der qualitativen Studien

Für die Auswertung wurde zunächst aus der im AP 2 erstellten Datenbank ein Gesamtranking aller im Schuljahr 2011/2012 gelieferten Obst- und Gemüsearten erstellt. Es zeigte sich, dass bei Obst ein relativ hoher Anteil auf Äpfel, Bananen und Birnen entfällt; bei Gemüse sind dies insbesondere Gurken und Möhren. Der erhöhte Anteil dieser Arten im Vergleich zu anderen ergibt sich teilweise aus der saisonalen Verfügbarkeit. So sind Erdbeeren und Zwetschgen beispielsweise nicht ganzjährig regional lieferbar. Insgesamt kann die Bandbreite der bereitgestellten Waren jedoch als abwechslungsreich bezeichnet werden. Tendenziell erhielten größere Schulen eine geringfügig bessere Vielfalt als kleinere.

Analyse der Lieferantenstrukturen

Vor Beginn der eigentlichen Lieferung müssen sich auf dem Markt des Schulobstprogramms die entsprechenden Schule-Lieferanten-Beziehungen bilden. Dabei besteht in ländlichen Gebieten für kleine Schulen das Problem, überhaupt einen Lieferanten zu finden, während in urbanen Gebieten eher ein Konkurrenzkampf besteht.

Die bürokratischen Abläufe lassen sich in verschiedene Unterschritte aufteilen. Vor den regelmäßigen Abrechnungsschritten steht die einmalige Registrierung als Lieferant sowie die Erstellung eines Eckdatenpapieres pro Schule. Insgesamt beschreiben die Lieferanten über die gesamte Zeit des Projekts in großer Übereinstimmung die vorliegenden Verfahrensabläufe als zu umständlich und langwierig. Trotzdem äußerte sich die überwiegende Zahl der Lieferanten zufrieden und rund ein Drittel von ihnen nannte einen moderaten bis starken Anstieg der Umsätze, wobei ein Gewinnanstieg nur bei weingen zu verzeichnen war.

Im Rahmen einer Befragung von November 2013 bis Januar 2014 der am Schulobstprogramm (SOP) teilnehmenden Lieferanten wurden die Erkenntnisse über deren Struktur und Motivation quantifiziert. Insgesamt handelt es sich bei dem Großteil der Lieferanten nach der Definition der Europäischen Union um Kleinstunternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten. Von den Kleinbetrieben verzeichnet der Großteil einen Jahresumsatz von zwei bis zehn Millionen €. Der Anteil mittlerer und großer Betriebe ist im Vergleich relativ gering. Circa ein Drittel der Lieferanten lieferte ausschließlich konventionelle Produkte und knapp jeder vierte Lieferant ausschließlich Bioware an die Schulen. Durchschnittlich stammen die gelieferten Produkte zu mehr als der Hälfte aus regionalem Anbau.

Kinder bei der Zubereitung der Obst- und Gemüseportionen

Analyse der Schulabläufe

Die schulseitigen Lagermöglichkeiten variieren erheblich: Teilweise wurden großvolumige Kühlschränke angeschafft, teilweise wurden Obst und Gemüse in beheizten Räumen oder Fluren über die ganze Woche hinweg gelagert. Dabei wären teilweise deutlich bessere Lagermöglichkeiten leicht umsetzbar gewesen.

Bei den besuchten Schulen konnten verschiedene Formen der Zubereitungen durch Eltern, Lehrer, 1€- bzw. OGS-Kräfte oder Schüler beobachtet werden. Dabei ist eine aktive Einbindung der Kinder am häufigsten. Hierbei wurden auch oft die positiven pädagogischen Effekte im Bereich des Erlernens von Fertigkeiten bei der Obst- und Gemüsezubereitung, der Warenkunde, aber auch der Mathematik genannt. Hinzu kamen weitere Anforderungen im Bereich der „soft“ und „social skills“. Diese Effekte scheinen an sog. „Brennpunkt-“ sowie Förderschulen stärker ausgeprägt zu sein. Hygienisch und unter Rücksichtnahme auf die Produktqualität ist die Zubereitung durch die Schüler/-innen, gerade dann, wenn sie im Klassenraum stattfindet, besonders anspruchsvoll. Hierbei spielen sowohl die Ausstattung mit Schneidematerialien als auch die Lagermöglichkeiten eine wichtige Rolle. Der Verzehr findet in den meisten Fällen in der ersten Pause statt.