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QM-Tage

Staatssekretär Kloos fordert mehr Innovationen der deutschen Agrarforschung

Dr. Robert Kloos, Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz © Markus Gloger

Netzwerke als Triebfedern für Innovation, Bildung und Forschung 

Im Mittelpunkt der Bonner Qualitätsmanagement-Tage vom 28.2. – 2.3. standen zu Beginn zwei Ehrungen für Wegbereiter Internationaler Forschungsallianzen und drei Auszeichnungen für junge Forscher-Teams. Verliehen wurden die Auszeichnungen im Festsaal der Bonner Universität durch die internationale Forschungs- und Entwicklungsplattform GIQS e.V. anlässlich ihres 10-jährigen Bestehens.

Der Dekan der Landwirtschaftlichen Fakultät, Prof. Dr. Karl Schellander, hob in seinem Grußwort die Bedeutung von Netzwerken wie Foodnetcenter und GIQS e.V. auch für das Profil der Bonner Universität hervor. Sie passten hervorragend zur Ausrichtung der Universität, die sich als international kooperierende Lehr- und Forschungseinrichtung verstehe und seit Jahren versuche, interdisziplinäre Forschungsrichtungen am Standort Bonn zu etablieren. So bekleide Prof. Dr. Brigitte Petersen, Vorsitzende von GIQS, den einzigen deutschen Lehrstuhl für Präventives Gesundheitsmanagement in Deutschland. Dort befasst man sich primär mit Qualitätskommunikation an den Schnittstellen im Agrar- und Ernährungsbereich – wo Anforderungen der Wirtschaft, der Forschung und der öffentlichen Verwaltung in Einklang zu bringen sind.

Die Bedeutung der grenz- und branchenübergreifenden Qualitätskommunikation wurde auch von Dr. Robert Kloos, Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, in seinem Festvortrag betont. Insbesondere internationale Forschungsnetzwerke seien Motoren für innovative Qualitätskommunikation in der europäischen Agrar- und Ernährungswirtschaft. Sein Ministerium gebe jährlich rund 500 Mio. Euro im Bereich Ernährung, Forschung und Verbraucherschutz aus. Er wünsche sich, dass mit diesen Mitteln stärker als bisher Netzwerke gefördert würden, denn ihr Weg sei zukunftsweisend. Der studierte Agrarwissenschaftler Kloos verlieh aber auch dem Wunsch Ausdruck, die Deutsche Agrarforschung möge sich stärker als bisher mit neuen Ideen und Allianzen um europäische Fördermittel bewerben, denn noch immer sei Deutschland Nettozahler.

Deshalb begrüßte er ausdrücklich, ebenso wie Schellander und der Oberbürgermeister der Stadt Bonn, Jürgen Nimptsch, die Teilnahme am Spitzenclusterwettbewerb, der kürzlich vom Bundesforschungsministerium initiiert worden ist. Nimptsch unterstrich nicht nur die Bedeutung, die die Agrarwirtschaft durch Ministerien, Behörden, UN-Organisationen und Zertifizierungsunternehmen für die Bundesstadt habe, sondern verband damit den Wunsch, auch künftig in der ein oder anderen Form Qualitätsmanagement-Tage in der Stadt abzuhalten.

Der Cross Border Public Private Partnership Award (CBP³) wurde zwei Mal vergeben: an den Niederländer Dr. Martijn Weijtens, der durch sein Wirken im niederländischen Landwirtschaftsministerium den Weg für deutsch-niederländische Verbundprojekte wie „SafeGuard“ und „Risiken beherrschen“ erst ermöglicht hat und an Manfred Nüssel, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes e.V., der als Landwirt, Politiker und Vertreter der genossenschaftlichen Agrarunternehmen als ein Ideengeber und Wegbereiter des Qualitätsmanagements in diesem Bereich angesehen werden kann.
Wijtens wies in seiner Dankensrede auf die Notwendigkeit enger Abstimmungen zwischen den einzelnen Akteuren hin. „Behörden und Entscheidungsträger können sich eine unzureichende Zusammenarbeit nicht leisten“, meinte er und bezeichnete in diesem Zusammenhang das GIQS-Modell als eine Art „goldenes Dreieck“.

Darüber hinaus wurden noch drei junge Forscherteams mit dem  „International Interdisciplinary Integrative Junior Team Award“ (I³JT) in den Kategorien Innovation, Bildung und Forschung ausgezeichnet. 
In der Kategorie Forschung wurde ein Team geehrt, das an unterschiedlichen Forschungsthemen arbeitet, die alle zum Ziel haben, die Kommunikation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sowie behördlichen Einrichtungen im Krisenmanagement zu verbessern. Für dieses Team nahm Prof. Dr. Ludwig Theuvsen von der Universität Göttingen die Auszeichnung entgegen.

In der Kategorie Innovation wurde das interdisziplinäre und internationale Team Cold Chain Management Network geehrt. Die entscheidende Innovation beruht auf einer chemisch-physikalischen Reaktion, die vor mehr als zehn Jahren an der Universität Bayreuth von dem Physiker Prof. Dr. Dietrich Haarer gemeinsam mit seinem israelischen Kollegen Ph. D. Yoah Eichen entdeckt und als eine geniale Idee zur Verfolgung der Temperaturhistorie von Lebensmitteln erkannt wurde. Diese Idee gelangte über Manfred Nüssel nach Bonn. Die Ehrung nahm Prof. Dr. Jack van der Vorst von der Universität Wageningen für das Team entgegen.

In der Kategorie Bildung wurde schließlich ein Team aus vier Wissenschaftlerinnen für ihre herausragenden Leistungen bei der Entwicklung eines Karriereberatungs- und Weiterbildungsangebots für den wissenschaftlichen Nachwuchs im Quality Chain Management der europäischen Fleischwirtschaft ausgezeichnet. Für dieses Team nahm Dr. Verena Schütz vom Deutschen Raiffeisenverband die Ehrung entgegen.

Am späten Nachmittag des 2. März werden die Bonner QM-Tage mit der Verleihung der Best Paper Awards für die besten wissenschaftlichen Beiträge während der Jahrestagung der Gesellschaft für Qualitätswissenschaft e.V. (GQW) zu Ende gehen.

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