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„e-H@C HUPAction“

Social Media für das Krisenmanagement

fotoperle / fotolia.de

Verlässliche Informationen und belastbare Kommunikationsstrukturen sind wesentliche Bestandteile eines erfolgreichen Krisenmanagements. Ein neu entwickeltes Online-Monitoring-Dashboard – eine Art „schwarzes Brett“ für Online-Informationen – gibt Krisenmanagern auf einen Blick Aufschluss darüber, wie sich die Befindlichkeiten und der Informationsbedarf in der Bevölkerung in einer Lebensmittelkrise entwickeln. Das Dashboard berücksichtigt dabei besonders Belange mit Bezug zur Lebensmittelsicherheit.

Entwickelt wurde es im Rahmen des von GIQS e.V koordinierten Projekts „e-H@C HUPAction“, das als Reaktion auf die EHEC-Krise vom Frühjahr 2011 ins Leben gerufen wurde. Im Verlauf des Projekts wurden behördliche Meldestrukturen grenz-überschreitend analysiert und es wurde nach Wegen gesucht, die Informationslage durch ein online-basiertes Krisenmonitoring zu verbessern.


Das Surfverhalten im Netz gibt Aufschluss

Das Internationale Zentrum für Nachhaltige Entwicklung (IZNE) der Hochschule Bonn Rhein-Sieg hatte als Projektpartner im Vorfeld der IT-Entwicklung untersucht, ob und wann sich das Surfverhalten der Menschen zu „Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC)” im Frühjahr 2011 im Internet änderte, ob plötzlich bestimmte Artikel öfter aufgerufen wurden und eventuell das Kommunikationsverhalten beispielsweise über Twitter dies widerspiegelt. Insbesondere Wikipedia erwies sich hier als über die Zugriffszahlen gut auswertbarer Indikator. Es zeigte sich außerdem, dass die Social Media insgesamt sehr schnell Veränderungen widerspiegeln und es sinnvoll erscheint, über automatisierte Schnittstellen Veränderungen sichtbar zu machen und zu verfolgen. Daraufhin wurde von der EITCO GmbH in Zusammenarbeit mit der Hochschule Bonn Rhein-Sieg das Dashboard entwickelt. Ab Anfang April wird es als Testversion verfügbar sein und erstmals einer breiteren Öffentlichkeit auf der Hannovermesse in Halle 2 Stand C29 vorgestellt werden.

Grenzüberschreitende Krisenkommunikation uneinheitlich
Ein Prototyp eines „Dashboards“ war bereits im Dezember von den für das Krisen-management verantwortlichen Akteuren aus Deutschland und den Niederlanden während eines GIQS-Workshops getestet worden. Die Krisenmanager werteten dabei die IT-Anwendung im Hinblick auf eine schnellere Sichtung von begründeten Verdachtsmomenten für eine aufkommende Krise als nützliches Ergänzungstool neben den bestehenden Systemen und damit als hilfreich für ein effektives Krisen-management.

Faktisch existieren in allen behördlichen Einrichtungen Notfallpläne, die stets aktua-lisiert und intern geübt werden. Doch greifen diese Strukturen auch optimal in der interinstitutionellen Kommunikation (zwischen Behörden sowie zwischen Unternehmen und Verbänden), insbesondere im grenzüberschreitenden Krisengeschehen? Um die Krisenkommunikation in Deutschland und den Nieder-landen im Bereich (pflanzlicher) Lebensmittel transparenter zu machen, mussten in einem ersten Schritt die relevantesten Akteure identifiziert und deren Krisenstrukturen dokumentiert werden. Dies erwies sich als umso bedeutsamer, da sich die Meldestrukturen in beiden Ländern deutlich unterscheiden. Dazu wurden von GIQS e.V. geltende Gesetze, vorhandene Krisenpläne und Leitfäden ausgewertet. Im Workshop konnten dann die erarbeiteten Wege und Strukturen kommuniziert und so mögliche Schwachstellen leichter von den Verantwortlichen erkannt werden.

Für Deutschland wurden insgesamt sechs Behörden, ein Verband sowie ein Unternehmen als relevante Akteure identifiziert. Für die niederländische Seite hatte der Projektpartner RIKILT der Universität Wageningen die dortigen Meldestrukturen erarbeitet und insgesamt drei Akteure als besonders bedeutsam identifiziert.

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