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Preisverleihung

Projektpartner Gé Backus wird von Initiative Tierwohl ausgezeichnet

Dr. Gé Backus (rechts) bei der Verleihung des Innovationspreises der Initiative Tierwohl, Quelle: Initiative Tierwohl

Im Rahmen der Initiative Tierwohl wurde in Anwesenheit von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner Anfang April in Berlin der Innovationspreis 2019 verliehen. Unter den gekürten vier Preisträgern, die den Zuschlag für eine finanzielle Förderung erhielten, war auch der GIQS-Projektpartner Gé Backus vom niederländischen Unternehmen DLV Intensief Advies. DLV konnten mit seinem Pilotprojekt „Slimme Stal“ (dt. Kluger Stall) die Jury überzeugen und erhielt eine Projektförderung mit Vollfinanzierung in Höhe von 153.945 Euro, um die nun marktreife Technologie ab Juli erstmals auch in Deutschland mit 30 Teilnehmern in der Praxis zu testen.

Die Initiative Tierwohl hatte in diesem Jahr erstmalig innovative Ideen und Projekte rund um die Schweine- und Geflügelhaltung mit dem Innovationspreis Tierwohl ausgezeichnet. Das GIQS-Team ist sehr froh, dass das gemeinsam von der DLV-Tochter Connecting Agri & Food und dem Softwareunternehmen Whysor entwickelte Konzept „Slimme Stal“ nun für sein Engagement belohnt wird. Beide Unternehmen sind an den laufenden GIQS-Projekten Food Pro·tec·ts und BEL AIR (beide INTERREG V A) beteiligt, in denen gemeinsam mit deutschen Partnern Teile von „Slimme Stal“ entwickelt wurden.

Stabiles Klima sorgt für weniger Stress

Ziel von „Slimme Stal“ ist es, mithilfe moderner Tools das Verständnis der Schweinehalter für das Klima in den Ställen zu vermitteln und ihnen zu helfen, zukünftig Fehler in der Klimaführung ihres Stalls zu vermeiden. „Mir ist in meinen Gesprächen aufgefallen, dass viele Landwirte die Bedeutung eines guten Stallklimas gar nicht genau kennen. Das Klima nimmt einen großen Einfluss auf das Verhalten der Schweine und ihre Gesundheit. Mit unserem System wollen wir Landwirten ein Tool an die Hand geben, dass ihnen die Überwachung der nötigen Richtwerte erleichtert“, erklärt Gé Backus seine Motivation für das Projekt.

Um das Klima in einem Schweinestall einschätzen zu können, sind vor allem vier Richtwerte ausschlaggebend: neben Temperatur und Luftfeuchtigkeit außerdem der Kohlendioxidgehalt (CO2) sowie der Ammoniakgehalt (NH3). Ein wichtiger Nebeneffekt eines optimalen Klimas: Durch die geringere Stressbelastung der Tiere nimmt die Wahrscheinlichkeit von Problemen wie dem Schwanzbeißen ab.

Jederzeit Einblick per Smartphone, Tablet oder PC

Mit Hilfe von „Slimme Stal“ wird es Tierhaltern ermöglicht, jederzeit Einblick in die klimatischen Bedingungen der Ställe zu erhalten und, wenn nötig, aktiv zu werden. Dazu werden zunächst Sensoren in den Ställen angebracht, die im Zehnminutentakt Messwerte an das „Slimme Stal“-Dashboard senden. Werden individuell festgelegte Schwellenwerte überschritten, erhält der Landwirt eine Benachrichtigung auf sein Smartphone und kann so aktuelle Extremsituationen erkennen und direkt auf diese reagieren.

Die Projekte Food Pro·tec·ts und BEL AIR werden im Rahmen des INTERREG V A-Programms Deutschland-Nederland durchgeführt und mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des niederländischen Wirtschaftsministeriums, des MWIDE NRW und der Provinzen Gelderland, Limburg und Noord-Brabant mitfinanziert. Sie werden begleitet durch das Programmmanagement bei der Euregio Rhein-Waal.

Weitere Informationen zu „Slimme Stal“, welches auch für die Geflügel und Milchviehhaltung angepasst werden soll, unter www.slimmestal.nl.

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