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Bonn.realis

Neues Netzwerk für mehr Lebensmittelsicherheit gegründet

Gründungsveranstaltung zu Bonn.realis in der Villa Hammerschmidt © Sondermann/Stadt Bonn

Die Verbraucher werden fast jährlich durch immer neue Lebensmittelkrisen verunsichert. Geflügelgrippe, EHEC und Dioxine in der Nahrungskette, aber auch Verunreinigungen in Futtermitteln sind nur einige Beispiele, die auch in diesem Jahr wieder für Schlagzeilen sorgten. Am Standort Bonn gibt es eine in Deutschland einzigartige Zusammenstellung von Unternehmen, wissenschaftlichen Einrichtungen und obersten Bundesbehörden, die sich mit dem Thema Lebensmittelsicherheit beschäftigt. Ausgehend von der Universität Bonn wurden diese Ansätze im neuen Cluster „Bonn.realis“ gebündelt. Am 21. Oktober trafen sich 60 hochrangige Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung zur Auftaktveranstaltung in der Villa Hammerschmidt. Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch informierte vorab im Rahmen einer Pressekonferenz gemeinsam mit Professor Dr. Brigitte Petersen, Sprecherin des Cluster Bonn.realis, Dr. Hanns-Christoph Eiden, Präsidenten der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) über das neue Netzwerk.

Innovative Konzepte für bessere Lebensmittel-Überwachunssysteme

Die Abkürzung „Bonn.realis“ steht für „Bonn Research Alliance of innovative Information Systems in International Quality Food Chain Communication“. Wesentliche Zielsetzung dieses Clusters ist es, durch innovative Konzepte und IT-Lösung die Sicherheit von Lebensmitteln zu erhöhen und damit auch die Ernährungssicherheit für die Bevölkerung sicher zu stellen. Die momentan bestehenden Überwachungssysteme sollen mit den Ansätzen des Clusters Bonn.realis weiterentwickelt und effizienter gestaltet werden.

„Lebensmittel werden immer häufiger in globalen Wertschöpfungsketten produziert. Hier wollen wir ansetzen und mit modularen Kommunikations-, Prüf- und Sicherheitstechnologien die Entscheider in diesem Bereich bei ihrer verantwortungsvollen Tätigkeit effektiv unterstützen“, so Professor Dr. Brigitte Petersen vom Institut für Tierwissenschaften der Universität Bonn und Sprecherin des Clusters Bonn.realis. Das Cluster Bonn.realis will zu einem weltweit führenden Standort für Qualitäts- und Krisenkommunikation im Zukunftsfeld Food and Human Safety werden.

 

Einzigartige Kooperation von Wissenschaft, Wirtschaft und Behörden

Die Stadt Bonn, der Rhein-Sieg Kreis, der Kreis Ahrweiler und die Wissenschafts- und Wirtschaftsregion Bonn unterstützten dieses Cluster aktiv. Mit diesem Ansatz wird erstmalig eine sehr enge Kooperation von Wissenschaft, regionaler Wirtschaft und den in Bonn ansässigen obersten Bundesbehörden angestoßen. „Dieses Cluster zeichnet sich durch wissenschaftliche Exzellenz, Kooperation über Grenzen und Disziplinen hinweg sowie regionale Zusammenarbeit aus – drei Faktoren, die für uns und die Region sehr wichtig sind“, so Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch. Mit diesem Cluster habe man wir ein sehr gutes Beispiel für die Kernkompetenzen des Standortes Bonn als Wissenschafts- und Wirtschaftsregion.

„Wir unterstützen diese enge Vernetzung von Wissenschaft, Wirtschaft und Behörden am Standort. Damit leisten wir einen aktiven Beitrag zur Sicherung und Schaffung neuer Arbeitsplätze“ so OB Jürgen Nimptsch, der für die weitere Etablierung des Standortes konkrete Unterstützung zusagte. Die Bonner Wirtschaftsförderung wird im Rahmen der beantragten Clustermittel Mekotech für die nächsten zwei Jahre den Aufbau der Managementstrukturen unterstützen können.

Die Vernetzung im Cluster Bonn.realis wird neue Anwendungsbereiche für die beteiligte IT-Wirtschaft, eine erleichterte Ressort-übergreifende Zusammenarbeit für die beteiligten Behörden und neue wissenschaftliche Erkenntnisse für die eingebundenen wissenschaftlichen Einrichtungen hervorbringen.

Mit einer Gesamtzahl von 45 Akteuren, die sich schwerpunktmäßig mit dem Qualitäts- und Sicherheitsbereich beschäftigen, ist die Clusterregion konkurrenzlos. Davon sind 14 kleine und mittelständische Unternehmen, sechs Großunternehmen, 18 Forschungseinrichtungen und 130 weitere Unternehmen über zehn bestehende Netzwerke eingebunden. Öffentliche Einrichtungen wie die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) und das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) unterstützen das Cluster mit hoheitlichen Kompetenzen in der Risiko- und Krisenkommunikation.

Innovationskern für den Clusteransatz ist die vor zehn Jahren gegründete Organisation GIQS (Grenzüberschreitende Integrierte Qualitätssicherung e.V.) mit ihren nationalen und internationalen Netzwerken.

Hintergrund zur Gründung des Netzwerks:

In den nächsten 20 Jahren ist mit einer starken Zunahme des globalen Handels mit Futter- und Lebensmitteln zu rechnen. Das stellt die Agrar- und Ernährungswirtschaft, den Lebensmittelhandel sowie die öffentliche Hand vor die Herausforderung, begleitende, grenzübergreifende Sicherungssysteme ökonomischer, zuverlässiger und international kompatibel zu gestalten. Daher wächst der Bedarf an innovativen Technologien zur Verbesserung der unternehmensübergreifenden Qualitäts- und Krisenkommunikation im gesundheitlichen Verbraucherschutz.


Weitere Informationen über das Netzwerk können im Internet unter www.bonnrealis.de abgerufen werden.

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