English Nederlands Deutsch Intranet Login

Hannover-Messe

Nachwuchsforschergruppe stellt neuartiges Prognosemodell aus

NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze informiert sich bei PD Dr. Judith Kreyenschmidt (Mi.) und Dr. Martin Hamer

Im Rahmen der Hannover-Messe vom 4.-8. April 2011 stellt die Gruppe Cold-Chain-Management der Universität Bonn ein Haltbarkeitsmodell für kühlpflichtige Lebensmittel vor. Das Model ermöglicht die Simulation des Frischeverlustes von kühlpflichtigen Lebensmitteln in Abhängigkeit von unterschiedlichen Transport- und Lagerbedingungen. Das Modell liefert entscheidungsrelevante Informationen auch in Verbindung mit neuartigen Temperaturüberwachungssystemen wie z.B. Zeit-Temperatur-Indikatoren. Die Verknüpfung von Simulations- und Prüfsystemen ermöglicht es, die Resthaltbarkeit des Produktes sowie andere Qualitätsparameter auf jeder Stufe der Wertschöpfungskette vorherzusagen. Ein schnelles und sicheres Einschätzen der Produktqualität an jedem Punkt der Kette setzt somit Produzenten, Lieferanten und Händler im Falle von Qualitätsmängeln in die Lage, direkt zu reagieren. Gezeigt werden kann, wie sich die Lebensmittelsicherheit deutlich erhöhen und die Zahl der Lebensmittelinfektionen und -intoxikationen reduzieren lässt. Auch im Bereich der Warenwirtschaftsysteme ist der Einsatz derartiger Modelle zur Optimierung von Warenströmen und Informationsflüssen vorgesehen, um Kosten zu senken und die Rückverfolgbarkeit deutlich zu verbessern.

Die Entwicklung der Modelle erfolgt in enger Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Auf diese Weise können Marktbedürfnisse berücksichtigt, Erkenntnisse bzw. Technologien direkt in der Praxis getestet und Probleme gemeinsam gelöst werden. Für die interdisziplinäre, anwendungsorientierte Forschung und die neuen Methoden in der Lehre wurde das Team der Bonner Cold-Chain-Managementgruppe kürzlich mit dem EHI Wissenschaftspreis ausgezeichnet. Gemeinsam mit langjährigen Verbundpartnern bringt sich das Team mit seinen innovativen Ideen in die Zukunftsstrategie des Clusters Bonn.re∙al∙is in der Wissenschaftsregion Bonn ein. Angesichts der Tatsache, dass nach dem Food and Waste Report 2008 ein Drittel der produzierten Lebensmittel entsorgt werden muss, weil unter anderem das Kühlkettenmanagement versagt, zeigt sich die große Bedeutung dieser in Bonn ausgebauten Sozio-technischen Forschungsrichtung.

Die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität ist die einzige Universität in Deutschland, die seit 2003 eine interdisziplinäre Forschergruppe Cold-Chain-Management etabliert hat. Sie erarbeitet innovative Konzepte zur Verbesserung der Lebensmittelqualität- und Sicherheit. International vernetzt gelang ihnen die Entwicklung und Implementierung neuartiger Temperaturüberwachungssysteme zur Verbesserung des kettenübergreifenden Temperatur-monitorings. Die innovativen Prüfsysteme erlauben eine schnelle und sichere Einschätzung der Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln von der Produktion bis zum Verbraucher. Im Kühlkettenmanagement gilt es, die gesamte Wertschöpfungskette zu betrachten und Prozesse, Produkte und Kommunikationswege einzelbetrieblich als auch überbetrieblich einzubeziehen.

s. dazu auch Sicherheit für Kühlkette und Landebahn,
Bonner Genaral-Anzeiger vom 7.4.2011>>

Hörfunkbeitrag:
Bonner Aussteller mit Sicherheitsthemen auf Hannovermesse 2011 >>

Weitere Informationen auch unter http://ccm.ytally.com/

« Zurück zur Übersicht