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Lebensmittelskandal

Listerienerkrankungen: Kontrolllücken in der Kette schließen

Kalle Kolodziej / fotolia.de

Leider gehören Lebensmittelskandale immer wieder zur Tagesordnung. Zurzeit sind es die jüngsten Fälle von Listerien-Erkrankungen in Dänemark, die erneut die Bedeutung von Hygienemaßnahmen und Kontrollen belegen. In allen von GIQS koordinierten Projekten stehen Fragen des Qualitäts- und Risikomanagements im Fokus ebenso wie auch die Krisenkommunikation zwischen allen beteiligten Stufen der Warenkette – und das grenzüberschreitend. Nur so lassen sich sichere Lebensmittel produzieren. Der Skandal um die Produkte des Fleischfabrikanten Jørn A. Rullepølser, dessen mit Listerien belastete Fleischwaren-Produkte auch nach Schleswig-Holstein geliefert wurden, zeigt darüber hinaus wie bedeutsam eine schnelle grenzüberschreitende Krisenkommunikation ist, um weiteren Erkrankungen vorzubeugen.

Listerien sind stäbchenförmige Bakterien, die in unserer Umwelt weit verbreitet sind und in allen rohen Lebensmitteln vorkommen können. Die Besiedlung von Lebensmitteln kann auf verschiedenen Stufen der Lebensmittelproduktion durch mangelnde Hygiene bei der Verarbeitung aber auch durch Mängel in der persönlichen Hygiene erfolgen. Über eine Sekundärinfektion können aber auch Gemüse sowie eingeschweißte Fleisch- und Fischprodukte betroffen sein. Vor allem der Erreger Listeria monocytogenes verursacht die Erkrankung Listeriose, die besonders für Schwangere und ältere und chronisch kranke Menschen gefährlich ist. Die Keime können sich leicht, selbst noch bei Kühlschranktemperaturen, vermehren und werden erst durch mehrminütiges Erhitzen auf über 70 °C abgetötet.

Wie die Listerien in die Produktionskette der dänischen Fleischverarbeitungsfirma gelangen konnten, ist noch unklar. Lebensmittelbetriebe müssen strikte hygienische Maßnahmen einhalten und engmaschige Kontrollen ihrer Waren durchführen. Offenbar kam es in der Produktionskette der dänischen Schweinebauchspezialität an irgendeiner Stelle zu einer Lücke im Eigenkontrollsystem des Unternehmens.

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