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Workshops

Internationale Experten diskutierten über Kühlung und Qualität von Lebensmitteln

Am 27. und 28. September veranstalteten die Universität Bonn und GIQS gleich zwei Workshops:  den 4. Internationalen Workshop „Cold-Chain-Management“ (Kühlkettenmanagement) und einen, der sich mit Kommunikations- und Kontrollkonzepten zur Qualitätsverbesserung innerhalb der Fleisch erzeugenden Kette befasst.

Beim 4. Internationalen Cold-Chain-Management (CCM) Workshop diskutierten zwei Tage lang rund 80 internationale Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlichen Organisationen über innovative Forschungs- und Entwicklungsergebnisse, die die Optimierung der Temperaturkontrolle in Kühlketten betreffen.

Schon seit längerem werden spezifische RFIDs entwickelt, um Warenströme und die Temperaturhistorie eines Produktes zu verfolgen. Nun können diese Tags mit unterschiedlichen Sensoren kombiniert werden. In entsprechend ausgestatteten Transport- und Logistiksystemen ließe sich so sicherstellen, dass z.B. Fleischerzeugnisse stets optimal gekühlt den Verbraucher erreichen.

Weitere Schwerpunkte des Workshops waren intelligente Verpackungen zur Optimierung der Lebensmittelqualität sowie Simulationsmodelle zur Berechnung von Haltbarkeitszeiten und zur Risikoabschätzung für das Auftreten gefährlicher Keime.

Abschließend wurde den Teilnehmern des Workshops das von Bonn entwickelte internetbasierte CCM-Portal für das Kühlkettenmanagement vorgestellt. Ziel dieses Netzwerks ist es, die Kooperation und den Erfahrungsaustausch auf diesem Fachgebiet zwischen Experten weltweit zu verbessern sowie Publikationen, neue Technologien und Veranstaltungen oder internetbasierte Werkzeuge zu veröffentlichen. Nähere Informationen über die Plattform finden Sie unter http://www.ccm-network.com.

Organisiert wurde der Workshop von der interdisziplinären Arbeitsgruppe Cold-Chain-Management der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Bonn und dem an der Universität ansässigen Forschungsnetzwerk GIQS. Der nächste Workshop wird im Frühjahr 2013 stattfinden.

Auf die Menschen kommt es an

Beim Projekt-Workshop ”Ensuring Quality and Food Safety in European Pork Chains - Capturing Export Markets” am 28. September standen Konzepte zur Verbesserung von Qualität und Sicherheit der Europäischen Schweinefleischerzeugung im Vordergrund. Wissenschaftler und Branchenexperten diskutierten darüber wie  die Herausforderungen im künftig noch stärker exportabhängigen Schweinefleischmarkt gemeinsam zu meistern sind.

Von zentraler Bedeutung seien in diesem Zusammenhang Netzwerk-Koordinatoren, so Prof. Dr. Brigitte Petersen vom Institut für Tierwissenschaften (ITW) der Universität Bonn. Ihre Aufgabe müsse es sein, die Akteure der Kette zusammenzubringen, Konzepte zu entwickeln und zu vermitteln, um so die vom Markt gewünschte Qualität, Rückverfolgbarkeit und Nachhaltigkeit zu gewährleisten. Das sei für die Schweinefleischerzeugung laut Bert Urlings von der Vion Food Group eine immer komplexer werdende Aufgabe, handele es sich doch um einen typischen globalen „Teilstückmarkt“. Dr. Susanne Lehnert, zurzeit Austauschwissenschaftlerin an der Universität Wageningen (NL) berichtete in diesem Kontext, dass man dort versuche, zunächst im Rahmen der strategischen Partnerschaft zwischen den beiden Universitäten Bonn und Wageningen, aber auch mit Blick auf europäische Umsetzbarkeit, ein Konzept für Zusatzqualifikationen von jungen Universitätsabgängern zu entwickeln. Ein Vorbild für diesen „Qualitätsmanager Junior“ ist das das Bonner DGQ-Modell (Deutsche Gesellschaft für Qualität), das bereits seit über zehn Jahren existiert.

Der Workshop wurde im Rahmen des EU-Projekts QUARISMA (Quality and Risk Management in Meat Chains) durchgeführt, bei dem der personelle Austausch von Wissenschaftlern im Mittelpunkt ein zentrales Element darstellt. Gefördert wird das Projekt durch das IAPP-Element (Industry-Academia Partnerships und Pathways) der Marie-Curie-Maßnahmen des 7. Forschungsrahmenprogramms der EU, die damit den interdisziplinären, intersektoralen und zugleich internationalen Ansatz des Projekts unterstützt.

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