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Frucht macht Schule

Halbzeitergebnisse im Forschungsvorhaben zeigen: regional und saisonal liegen im Trend

Die Vermarktung und der Verzehr von regionalem und saisonalem Obst und Gemüse werden immer populärer. Ökologische Gründe, aber auch aktuelle Schlagzeilen wie mit Noroviren verseuchte Erdbeeren aus China bewegen Verbraucher verstärkt zum Umdenken. Trotzdem haben insbesondere Klein- und Mittelständische Unternehmen oft Probleme, neue Absatzmärkte für ihre regionalen Produkte zu erschließen. Das Forschungsvorhaben „Frucht macht Schule“ setzt hier an: Einerseits geht es darum, das aktuelle Liefersystem des EU-Schulobstprogramms in NRW qualitativ zu untersuchen und Handlungsempfehlungen für Schulen und Lieferanten zu erarbeiten, andererseits soll es helfen, die regionale und saisonale Versorgung mit Obst und Gemüse in den Schulen zu stärken. Dazu wurden im Schuljahr 2011/2012 zunächst Daten zum Schulobstmarkt erhoben, Interviews mit Schulen und Lieferanten geführt und Stichproben der gelieferten Waren an acht Schulen im Raum Bonn genommen und analysiert. Zur Halbzeit des im August 2011 angelaufenen Projekts liegen nun erste Ergebnisse vor.

Reaktionen der Lieferanten
Die vorliegenden Erkenntnisse zeigen, dass es erhebliche Unterschiede  zwischen den am Schulobstprogramm teilnehmenden Lieferanten gibt. Während in den dichter besiedelten Regionen Nordrhein-Westfalens ein Konkurrenzkampf um Schulen stattfindet und  besonders umsatzstarke Lieferanten teilweise über 30 Schulen beliefern, ist es für Schulen in ländlichen Regionen oftmals schwierig, überhaupt einen geeigneten Lieferanten zu finden. Aus den Interviews mit den Lieferanten zeigt sich darüber hinaus, dass deren Teilnahme an dem Programm nicht nur ökonomisch motiviert ist. Insbesondere Lieferanten, die nur wenige Schulen beliefern, nehmen an dem Programm teil, weil sie es unterstützen möchten oder aufgrund ihrer sozialen Einbindung vor Ort.

Als ein zentrales Problem des EU-Schulobstprogramms empfinden die meisten Lieferanten den hohen damit verbundenen Bürokratieaufwand. Absatzstarke Lieferanten verringern diesen durch eine selbstständig entwickelte oder erworbene Verwaltungssoftware. Gerade für Lieferanten, die nur wenige Schulen beliefern, ist dies oft keine Option. Hier gefährdet der hohe Verwaltungsaufwand eine Kostendeckung und birgt die Gefahr, dass diese Unternehmen aus dem Programm aussteigen.

Die Situation in den Schulen

Die Schulen bewerten das Programm durchweg positiv und sind darüber hinaus weitestgehend mit ihren Obst- und Gemüselieferanten zufrieden. Nur in Einzelfällen wurde Kritik an der Qualität und der Variationsbreite der gelieferten Waren geäußert. In einer ersten Bestandsaufnahme zeigte sich, dass das Programm in den Schulen organisatorisch sehr unterschiedlich umgesetzt und in die pädagogische Arbeit eingebunden wird.  

Darüber hinaus verfügen offenbar nicht alle Schulen über ideale Lagermöglichkeiten für das gelieferte Obst und Gemüse, so dass es für sie schwierig ist, eine gleichbleibend gute Produktqualität zu gewährleisten. Aus hygienischer Sicht spielen auch die Rahmenbedingungen der Zubereitung  des Obstes und Gemüses eine wichtige Rolle. Dies gilt insbesondere wenn diese durch die Kinder im Klassenraum erfolgt.

Weiteres Vorgehen
Auf Basis der bisher gewonnenen Erkenntnisse werden im weiteren Verlauf des Projekts „Frucht macht Schule“ innovative Lösungen für die Vermarktung und Qualitätssicherung von Obst- und Gemüseprodukten in der Schulverpflegung entwickelt. Die abschließende Phase des Projektes steht vornehmlich im Zeichen des Know-how-Transfers und der Umsetzung der erarbeiteten Ergebnisse.

Das Forschungsvorhaben „Frucht macht Schule“ wird von GIQS (Grenzüberschreitende Integrierte Qualitätssicherung e.V.) koordiniert und im Rahmen des NRW-EU Ziel 2-Programms „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung 2007-2013 (EFRE)“ gefördert.

Näheres auch unter www.fruchtmachtschule.eu

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