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Forschungsprojekt zur Weiterentwicklung des Gutfleisch-Markenprogramms Schwein bei EDEKA Nord

Neumünster. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und die Landwirtschaftliche Rentenbank (Zweckvermögen des Bundes) fördern mit rund 935.000 Euro das Verbundprojekt „MarkiT“ (Markenfleischprogramm – Integration von Tierwohl). Seit 2015 untersucht das Fleischwerk von EDEKA Nord gemeinsam mit GIQS e.V. und der Vermarktungsgemeinschaft für Zucht- und Nutzvieh ZNVG eG sowie Wissenschaftlern der Universitäten Bonn und Göttingen die Möglichkeiten, die gesamte Wertschöpfungskette auf die Sicherstellung eines erhöhten Tierwohls in der Schweinehaltung auszurichten. Ziel ist es, bis 2018 das bestehende Markenfleischprogramm „Gutfleisch“ mit Unterstützung von ausgewählten Pilotbetrieben sowohl unter ökonomischen als auch sozialen Aspekten in Richtung einer tiergerechteren Schweinehaltung weiterzuentwickeln. Eine Herausforderung besteht darin, die Wünsche der Konsumenten nach einer artgerechteren Tierhaltung und deren häufig geringen Informationsstand bei der Festlegung von Produktionsrichtlinien zu berücksichtigen.

Die Bewertung aller Leistungen und Investitionen für mehr Tierwohl erfolgt entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom Landwirt bis zum Verbraucher. Die Universität Göttingen führte im ersten Arbeitspaket eine Verbraucherbefragung nach ökonomischen und verhaltenswissenschaftlichen Methoden in EDEKA-Märkten der Region Nord durch. Zusätzlich wurden die Landwirte selbst und ihre Fachberater zur Umsetzbarkeit und Akzeptanz bestimmter Tierwohlmaßnahmen befragt. Die Ergebnisse dieser Befragungen dienten unter anderem zur Festlegung der Haltungskriterien sowie zur Weiterentwicklung der Vertrags-, Beratungs- und Kommunikationskonzepte.

Anschließend wurden für die teilnehmenden landwirtschaftlichen Betriebe im Projekt MarkiT erste Kriterien für die Schweinehaltung festgelegt, die zur Umsetzung anstehen:

  • erhöhtes Platzangebot (10 %)
  • zusätzliche Raufuttergabe
  • organisches Beschäftigungsmaterial
  • teilweiser Verzicht auf Spaltenböden (z.B. Gummimatten)
  • Einteilung der Buchten in Funktionsbereiche (strukturierte Bereiche)
  • Luftkühlungsvorrichtungen (Optimierung von Belüftung/Kühlung)
  • Verzicht auf Kupieren von Schwänzen
  • Verzicht auf betäubungslose Kastration der männlichen Ferkel

Die Universität Bonn beurteilt den tiergesundheitlichen Status der Betriebe und erprobt konkrete Maßnahmen bei der Umstellung der Schweineproduktion innerhalb der festgelegten Kriterien. Dazu werden auch bestehende Audits und Serviceleistungen innerhalb des überbetrieblichen Gesundheitsmanagements um das MRSA-/ESBL-Monitoring und das Hygiene-Monitoring (zur rechtzeitigen Erkennung und Verhinderung der Verschleppung von Infektionen und resistenten Zoonose-Erregern) erweitert. Eine weitere geplante Aufgabe ist die Erfassung des Schulungsbedarfs der Landwirte, Tierärzte und Berater zur rechtzeitigen Erkennung von Krankheiten und zur Reduktion des Einsatzes von Antibiotika.

Die ZNVG ist für die Durchführung der geplanten Maßnahmen in den Pilotbetrieben verantwortlich, welche mit der Auswahl, Beratung und Begleitung der Betriebe im gesamten Projekt einhergeht. Das Fleischwerk EDEKA Nord GmbH kontrolliert die Einhaltung der geforderten Fleischqualitäten und arbeitet eng mit den Forschungspartnern zusammen, um Entscheidungen entlang der Prozesskette im Projekt zu treffen. GIQS übernimmt die Koordination sowie den zielgruppenspezifischen Wissenstransfer.

Das Projekt

MarkiT: Markenfleischprogramm – Integration von Tierwohl. Ziel des interdisziplinären Verbundvorhabens ist die fundamentale Verbesserung eines Markenfleischprogramms unter Berücksichtigung von Tierwohl-Anforderungen über das bestehende gesetzliche Maß hinaus.

Dazu werden in einem mehrstufigen Prozess die Maßnahmen und Kriterien zur Integration von Tierwohlaspekten in die Produktionsrichtlinien definiert.

Die Projektpartner

  • GIQS e.V. – übernimmt die Koordination des Projekts. Zudem realisiert GIQS zielgruppenorientierte Maßnahmen, um die Ergebnisse und die Erkenntnisse des Projekts zu verbreiten.
  • Rheinische Friedrich-Wilhelms Universität Bonn, Institut für Tierwissenschaften, Abt. Präventives Gesundheitsmanagement - bewertet die Auswirkung und Effekte einzelbetrieblicher Maßnahmen auf den Gesundheitsstatus der Pilotbetriebe und die Sicherheit des Produkts.
  • Georg-August-Universität Göttingen, Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung, Abt. Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte - führt empirische Analysen zur Investitionsbereitschaft und Änderung der Haltungspraxis auf Seiten der landwirtschaftlichen Betriebe sowie der entlang der Wertschöpfungskette entstehenden Kosten und verbraucherseitigen Zahlungsbereitschaften sowie Informationsbedarfe durch.
  • Vermarktungsgemeinschaft für Zucht- und Nutzvieh ZNVG eG - hauptverantwortlich für die Durchführung der geplanten Maßnahmen in den Pilotbetrieben und die Landwirte beratend unterstützen.
  • Fleischwerk Edeka Nord GmbH arbeitet mit allen Partnern eng zusammen, um über die Tierwohlmaßnahmen Entscheidungen zu treffen.

Statement von Stephan Weber, Geschäftsführer der Fleischwerk EDEKA Nord GmbH:

"Das Forschungsprojekt spielt für die Weiterentwicklung unseres Markenfleisch-Programms‚ Gutfleisch‘ in der EDEKA-Region Nord eine bedeutende Rolle. Die Ergebnisse sollen nicht nur den Verbraucherwünschen eines qualitativ, hochwertigen Produktes mit mehr Tierwohl entgegenkommen, sondern auch die gesamte Wertschöpfungskette des Gutfleisch Programms bei dem Prozess der Umsetzung unterstützen. Wir möchten damit immer ein Stückchen besser sein."

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