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6. Bonner Runde

Experten diskutierten über Wege zur Reduzierung des Antibiotika-Einsatzes im Schweinesektor

Teilnehmer der 6. Bonner Runde

Zum sechsten Mal folgten am 9.11.2012 deutsche und niederländische Experten aus dem Schweinesektor der Einladung der niederländischen Wirtschaftsgruppe Vieh und Fleisch, PVV. Thema des Roundtable: die Reduzierung des Antibiotika-Einsatzes im Schweinesektor. Eine Herausforderung, die angesichts der engen Wirtschaftsbeziehungen am besten in gegenseitigem Austausch angegangen wird.

Es gibt sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden intensive Aktivitäten zur Reduzierung des Antibiotika-Gebrauchs. Dabei hat die niederländische Regierung Maßstäbe gesetzt. Im Jahr 2013 soll der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung im Vergleich zu 2009 um 50 Prozent gesenkt werden. Der Sektor hat auf eigene Initiative die dazu erforderlichen Schritte eingeleitet. „Um diese ehrgeizige Zielmarke zu erreichen, gilt es vor allem, das Bewusstsein der Betriebe für die Dimension des Antibiotika-Einsatzes zu schärfen", betonte ir. Ben Dellaert, Sekretär PVV. Hier seien die Erfolge sichtbar. Der niederländische Sektor sei seit Jahren aktiv damit beschäftigt und habe den Einsatz gemäß der Zielvorgabe im Jahr 2011 bereits um mehr als 20 Prozent gesenkt.

 

Vorausblickender Erfahrungsaustausch sinnvoll

Auch in Deutschland gibt es Initiativen, wie zum Beispiel die der Qualität und Sicherheit GmbH, QS, in Bonn, die sich mit der Registrierung und Reduzierung des Antibiotika-Gebrauchs auseinandersetzen. „Zielsetzung unseres Expertengesprächs hier in Bonn ist es, die Erfahrungen der deutschen und niederländischen Fachleute mit den bisherigen Maßnahmen auszutauschen und gemeinsame Synergien zu nutzen", so Prof. Dr. Brigitte Petersen, Moderatorin der Runde und Vorsitzende der Forschungsplattform Grenzüberschreitende Integrierte Qualitätssicherung e.V., GIQS.

Schritt eins: Dokumentation und Registrierung

Die Runde war sich einig, dass eine umfassende und zielführende Erfassung und Dokumentation von Bezug, Anwendung und Abgabe von Antibiotika bei Landwirten und Tierärzten der erste Schritt zur Lösung des Problems sei. Dabei legte man Wert auf die  Vergleichbarkeit von Kennzahlen einer einheitlich nutzbaren harmonisierten Datenbank. Optimierungspotenziale sahen die Fachleute beim Informationsaustausch zwischen den Behörden und verantwortlichen Stellen. Weiter wurde diskutiert, welche Institutionen entsprechende Befugnisse und Pflichten erhalten sollten und welchen Regelungen die Erfassung und Überwachung der Daten unterliege. Abgesehen von diesen Fragen sei es aber „vor allem unerlässlich, die Relevanz des Antibiotika-Einsatzes wirkungsvoll im Sektor zu etablieren", so ir. Richard Soons,  Sekräter der Arbeitsgruppe Antibiotika und Sektorkoordinator Schwein bei PVV. Hier diskutierten die Experten, welche Organisationen oder Kräfte zu einer effizienten Umsetzung der Minimierungsziele beitragen könnten und wer verantwortlich sein sollte.

 

Maßnahmen und ihre Umsetzung in der Praxis

Antibiotika sind ein wichtiges Instrument zur Behandlung von Krankheiten im Schweinesektor. Um die negativen Folgen eines unangemessenen Einsatzes zu vermeiden, sollten sie nur dann angewendet werden, wenn sie unbedingt erforderlich sind. So weit, so gut. Doch wie kann dieser Grundsatz in die Praxis umgesetzt werden? Wie können die Betriebe dabei wirkungsvoll unterstützt werden? Wer hilft und wer kontrolliert? Ir. Ben Dellaert von der Wirtschaftsgruppe Vieh und Fleisch resümmierte, dass Konzepte für geeignete Maßnahmen und deren Realisierung am besten miteinander entwickelt werden und Erfahrungen und Fortschritte gegenseitig ausgetauscht werden sollten: „Ich bewerte es absolut positiv, wenn sich aus den Bonner Runden weitere länderübergreifende Gesprächskreise und Arbeitsgruppen zusammenfinden, die unsere gemeinsamen Ergebnisse fortentwickeln und nach konkreten Lösungen streben."

(Eine Mitteilung des Informationsbüros Niederländische Ferkelwirtschaft
c/o Seidl PR & Marketing, Essen)

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