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Nachhaltig, praxiserprobt und innovativ

Ergebnisse der Forschungskooperation FIN-Q.NRW vorgestellt

Nach dreijähriger Laufzeit endet am 20. September der Förderzeitraum für das Forschungsnetzwerk FIN-Q.NRW. Es war Ende 2008 im Rahmen des Wettbewerbs Cluster Ernährung.NRW als eines der sieben Siegerprojekte ausgewählt worden. Die Veranstaltung am 11. September im Festsaal der Bonner Universität stellte somit den offiziellen, feierlichen Abschluss dieser Periode dar, ohne dass damit die Zusammenarbeit zwischen dem FoodNetCenter der Universität Bonn als Koordinator des Projekts sowie den beteiligten Wirtschaftspartnern beendet wäre.

Die Arbeiten in FIN-Q.NRW konzentrierten sich in drei Arbeitspaketen auf stufenübergreifende Aufgaben zur Verbesserung der Qualitätskommunikation. Im Arbeitspaket I ging es u.a. um die Entwicklung einer Referenzanalytik zur Bestimmung der ursächlichen Geruchskomponenten des Ebergeruchs sowie die Erprobung humansensorischer Methoden am Schlachtband. Erprobt wurden darüber hinaus analytische Verfahren, mit denen sich Rückschlüsse auf das Tierwohl und die Tiergesundheit ziehen lassen. Ein weiterer Untersuchungsschwerpunkt in den landwirtschaftlichen Betrieben lag auf dem Hygienemanagement und auf dem Aspekt der Resistenzentwicklung. Im Fokus standen dabei Untersuchungen zum zoonotischen Potential von MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) und ESBL (Extended-Spectrum-Betalaktamasen) bei E.coli-Bakterien. Dazu wurden von ca. 570 Tieren und 85 Personen mit intensivem Tierkontakt Stuhlproben genommen und diese auf multiresistente Erreger untersucht. Zudem wurden insgesamt 144 Luftkeimsammelproben genommen, um festzustellen, ob und ggf. wie stark diese Keime über die Luftzirkulation in die Umwelt gelangen.

Im Vordergrund des zweiten Arbeitspakets stand die Entwicklung von Unterstützungstools zur Planung organisatorischer und informationstechnischer Voraussetzungen im kontinuierlichen Verbesserungsprozess überbetrieblicher, risikoorientierter Prüf- und Informationsmanagementstrategien. Zwischen Ferkelerzeugung und Mast sowie zwischen Schlachtung und Verarbeitung galt es, bestehende, von Netzwerkmanagern koordinierte Audits, Monitoringverfahren und tierorientierte Messungen in einer Weise zu ergänzen, dass jeweils sowohl dem liefernden Unternehmen als auch dem Kunden innerhalb dieser Geschäftsbeziehung Nutzen aus der zusätzlichen Prüfungsmaßnahme entstehen.

Corporate Social Responsibility (CSR) bedeutet, dass Unternehmen neben den ökonomischen und rechtlichen Konsequenzen ihrer Entscheidungen auch die ökologischen und ethischen Ansprüche ihrer Stakeholder in ihre Unternehmensstrategie sowie in ihren Arbeitsablauf integrieren. Im dritten Arbeitspaket wurde u.a. anhand von Experteninterviews und Fallstudien untersucht, wie stark die Wahrnehmung und Relevanz von Corporate Social Responsibility (CSR) Standards in den Unternehmen ausgeprägt ist. Handlungsempfehlungen ergänzten schließlich diese Untersuchungen.

Innerhalb des FIN-Q.NRW-Konsortiums waren die Wirtschaftspartner in 16 Teilforschungsprojekte involviert, die durch ein Wissenschaftlerteam des FoodNetCenters  der Universität Bonn begleitet und innerhalb der drei Arbeitspakete vernetzt waren. Als assoziierter Partner unterstützte die Wirtschaftsförderung Bonn die von der Wissenschaftsregion ausgehende Initiative als Multiplikator beim Wissenstransfer. Von Seiten der Wirtschaft gehörten dem Konsortium vier regional und international orientierte Unternehmen der deutschen Fleischwirtschaft mit internationalen Geschäftsbeziehungen an (VION Food Group, Westfleisch eG, B. & C. Tönnies Fleischwerk GmbH & Co. KG, Großschlachterei Thönes e.K.), zwei Unternehmen mit koordinierender Funktion auf der Erzeugerstufe (Erzeugergemeinschaft Rheinland w.V., Raiffeisen Viehvermarktung GmbH & Co. KG) sowie das Dienstleistungsunternehmen Dr. Berns Laboratorium GmbH & Co. KG. GIQS bildete als Public-Private-Partnership Organisation im Querschnittsbereich Qualitätsmanagement ein Bindeglied dar zwischen den Forschungseinrichtungen und den Wirtschaftsunternehmen.

Das Forschungsnetzwerk FIN-Q.NRW wurde gefördert durch die Europäische Union sowie die Landesregierung NRW.

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