English Nederlands Deutsch Intranet Login

1. Bonner Runde

Deutsch-niederländische Debatte über die Zukunft der Fischerei

Am 21. September fand in Bonn die erste deutsch-niederländische „Runde Tafel“ zur Neufassung des gemeinsamen Fischfangabkommens statt. Die Rolle des Marktes stand bei den Gesprächen im Mittelpunkt der Diskussion. An der Gesprächsrunde nahmen Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik teil.

Die „Bonner Runde Fischereisektor“ kam auf  Initiative des niederländischen Ministeriums für Landwirtschaft, Natur und Nahrungsmittelqualität (LNV) und des deutschen Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) zustande. Ziel des Dialogs war es, niederländische und deutsche Vertreter aus Fischerei, Handelsorganisationen und Wissenschaft zu einem informellen Gespräch über die Zukunft der gemeinsamen Fischfangpolitik nach 2013 zusammen zu bringen. 

Das gemeinsame Fischereiabkommen von 1983 wird seither alle zehn Jahre überarbeitet. Die Beschlussvorlage über das anstehende Abkommen muss noch vor 2013 einvernehmlich geregelt werden, da die Europäische Kommission die Vorschläge hierzu im Frühjahr 2011 erwartet. Angestrebt wird eine stärker nachhaltig orientierte Fischerei – sowohl auf ökologischem, ökonomischem wie sozialem Gebiet.

Die Niederländische Stiftung Nordsee stellte eine Initiative vor, deren Ziel es ist, den Konsumenten zu ermuntern, beim Fischkauf stärker auf Nachhaltigkeit zu achten. Die deutsche Metro AG  stellte in der Runde vor wie Handelsorganisationen mit ihren Kunden über das Thema Nachhaltigkeit ins Gespräch kommen können.

Nach den Einzel-Präsentationen diskutierte die Runde unter Leitung von Martin Hamer, Geschäftsführer des Forschungsnetzwerks GIQS, darüber wie Marktinitiativen Einfluss nehmen können auf die Einhaltung und Etablierung von Nachhaltigkeitsprinzipien.

Die unterschiedlichen Positionen der Teilnehmer sorgten für eine lebendige Diskussion. Einigkeit bestand hingegen darüber, dass die Nachhaltigkeit im Fischereisektor unumgänglich sei. „Wir dürfen die Rechnung für unser Handeln nicht unseren Kindern überlassen“, wandte Jan Kranghand von der Metro Group AG ein. Laut Bruno Hoffstadt, Referatsleiter im BMELV, sei „nachhaltige Fischerei die einzige Lösung.“ Und auch Leon Lomans vom LNV ergänzte:“ Nicht nur die Regierungen sind gefordert. Auch Vorstöße wie der Zusammenschluss von Fischereien und die Zertifizierung des Fischfangs liefern ihren Beitrag zur Rentabilität und Nachhaltigkeit des Fischereisektors. Die Stiftung Nordsee bekräftigte „Nachhaltigkeit besitzt höchste Wichtigkeit auf allen Stufen der Kette.“

Wie allerdings eine nachhaltige Fischerei realisiert werden kann und wer letztlich dafür in der Verantwortung steht, darüber gingen die Meinungen auseinander. Die Notwendigkeit, miteinander im Gespräch zu bleiben, war jedoch Konsens und man verabredete eine zweite „Runde Tafel“ 2011. 

 

Teilnehmer:

Dr Martin Hamer, GIQS, director

Prof. Dr. Michael Bockisch, Parlevliet & Van der Plas, Euro - Baltic Fischverarbeitungs GmbH

Uwe Richter, director, Deutscher Fischerei-Verband e.V.

Dr Peter Breckling, director, Bundesmarktverband der Fischwirtschaft e.V.

Dr Matthias Keller, director, EDEKA ZENTRALE AG & Co. KG

Jens Harting, head of public affairs,  METRO AG            

Jan Kranghand, Senior Department Manager QA at Metro MGBI Germany

Dr. Horst Lang, president food committee, Handelsverband Deutschland (HDE)

Christian Mieles, director, Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels e.V. (BVL)

Marnie Bammert, director of the MSC Bureau in Berlin, Marine Stewardship Council (MSC)

Heike Vesper, WWF Deutschland

Dr. Bruno Hoffstad, Referatsleiter BMELV, Referat 613 

Marten Scholten, director, IMARES Wageningen UR, IJmuiden

Hans van Oostenbrugge, LEI Head Office

Gert-Jan Kooij, representative, Nederlandse Vissersbond

Doeke C. Faber, chair, Productschap Vis

Adrie Risseeuw, secretary, Visfederatie

Guus Pastoor, chair, Visserij Innovatie Platform

Ed de Heer, project manager innovation North Sea Fisheries

Marc J.B. Jansen, director consumer affairs and quality, CBL Centraal Bureau voor de Levensmiddelenhandel

Christine Absil, North Sea Foundation

Carol Phua und Elise Aps, beide WWF

Leon Lomans, Policy Coordinator, Ministry of Agriculture, Nature and Food Quality,Department of Agro-chains and Fisheries

Patricia de Vries – van Loon, Senior policy officer, Ministry of Agriculture, Nature and Food Quality, Department of Agro-chains and Fisheries  

ORGANISATION: Arie Veldhuizen, agricultural attaché, Embassy of the Netherlands

« Zurück zur Übersicht