English Nederlands Deutsch Intranet Login

Frucht macht Schule

„Bitte, bitte keine Ananas und Kohlrabi…“

Im Rahmen des EU-Schulobstprogramms wird in NRW seit einigen Jahren eine wachsende Zahl von Grund- und Förderschulen mit kostenlosem Obst und Gemüse beliefert. Doch frisches Obst und Gemüse sind leicht verderbliche Waren. Wie ist die „Sicherstellung der Lieferqualität von frischem Obst und Gemüse“ zu gewährleisten? Eine Antwort darauf versuchte der nunmehr zweite Workshop für Lieferanten von Schulobst zu geben, der am 12. März im Rahmen des Projekts „Frucht macht Schule“ stattfand.

Zunächst erhielten die Anwesenden von Dr. Felix Lippert (Geschäftsführer Hortkinetix) Informationen zu handelsrechtlichen und technischen Grundlagen der Qualitätsbewertung von frischem Obst und Gemüse. Hierzu zählen neben der Kenntnis der gesetzlichen Grundlagen und Vermarktungsnormen die gängigen Prüfmittel. Auch hinsichtlich der Qualität macht der Gesetzgeber einige Vorgaben, die man als Lieferant kennen muss – insbesondere in Bezug auf Mindesteigenschaften, Reifekriterien und Güteeigenschaften. Darüber hinaus informierte er die Lieferanten über Vorgaben bezüglich Toleranzen, Aufmachung und Auszeichnung von Obst und Gemüse.

Nach so viel Theorie stellten die praktischen Übungen zum korrekten Umgang mit Prüfmitteln wie Penetrometer zur Prüfung der Festigkeit und Refraktometer zur Bestimmung des Zuckergehalts eine willkommene Abwechslung dar.

Nicht zu kurz kamen auch Informationen zu Hygienestandards in der Lieferkette von Obst und Gemüse, wobei zwischen Personalhygiene und der Betriebshygiene zu unterscheiden ist. Da in den Schulen - anders als im Lebensmitteleinzelhandel – keine flächendeckenden Kontrollen durchgeführt werden, kommt den Lieferanten deshalb eine besondere Verantwortung zu. Um einerseits die Frische der gelieferten Waren und andererseits deren hygienisch einwandfreien Zustand sicherzustellen, waren von Herrn Borge Valentiner (ebenfalls Hortkinetix) in den letzten Monaten neben dieser Schulung für Lieferanten, auch Schulungen für Eltern, Lehrer und Schüler durchgeführt worden.

Dr. Iryna Tartachnyk vom Kompetenzzentrum Gartenbau informierte anschließend über von ihr durchgeführte Qualitätsanalysen von geliefertem Schulobst und -gemüse, wobei sie auch auf das Abfallaufkommen und die Gründe dafür zu sprechen kam. Für die anwesenden Lieferanten eine spannende Analyse. Gab es Ausreißer hinsichtlich der Qualität? Wie gehen die Schulen mit den Waren um, werden sie richtig gelagert und wie lassen sich Qualitäts- und Abfallprobleme vermeiden oder zumindest verringern? Wie und was liefere ich am besten an Schulen aus, welche Sorten Reifen nach und was packe ich deshalb nicht zusammen. Dr. Tartachnyk empfahl: Am besten klassenweise vorgepackt auszuliefern und eine gesonderte Tomaten-Kiste pro Tag mit der Angabe des „Verzehrtages“. Und sie hatte noch den Tipp parat: Einige Lehrer wollten möglichst nicht mit Ananas und Kohlrabi beliefert werden. Sie sind für die Kinder schwierig vorzubereiten und es fällt relativ viel Bioabfall an. 

Derzeit nehmen über 100 Lieferanten am EU Schulobstprogramm NRW teil. Mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit insbesondere von klein- und mittelständischen Unternehmen in NRW zu stärken sowie eine hohe Qualität und Hygiene der Produkte auf allen Stufen des Programms zu gewährleisten, wurde im Rahmen des NRW/EU Ziel-2-Programms „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung 2007-2013 (EFRE)“ im August 2011 das Forschungsvorhaben „Frucht macht Schule“ gestartet. Koordiniert wird das Projekt von GIQS e.V.

« Zurück zur Übersicht