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Tierschutz

Beim Tierwohl hat auf europäischer Ebene die Zukunft bereits begonnen

Quelle: Hans Udry / pixelio.de

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt rief am 9. Dezember in dem Symposium „Forschung für mehr Tierwohl“ bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) die Wissenschaft dazu auf, gemeinsam neue Wege in Sachen Tierwohl zu beschreiten. Der zehn Eckpunkte umfassende Plan des Ministers für eine Tierwohloffensive, den er bei dem Symposium den Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft vorstellte, sieht unter anderem vor, den Tierschutz auf internationaler und EU-Ebene voranzubringen. Für die drei in Bonn ansässigen Netzwerke, in denen Prof. Dr. Brigitte Petersen mitwirkt - die Forschungsplattform GIQS e.V., Bonn.realis und das International FoodNetCenter der Bonner Universität – ist dies bereits fester Bestandteil der Aktivitäten.

Insbesondere unsere niederländischen und dänischen Nachbarn haben schon früh erkannt, dass in Sachen Tierwohl ein Umdenken passieren sollte. So waren die Dänen gemeinsam mit einem großen europäischen Konsortium mit dem aus dem 6. Forschungsrahmenprogramm der EU geförderten Projekt Q-PorkChains (2007-2012) erfolgreich. Im Rahmen des Projektes wurde das Q-PorkChains Industry Liaison Office bei GIQS e.V. eingerichtet, das auf deutscher Seite die Zusammenarbeit zwischen der Industrie und der Wissenschaft unterstützte, damit neue Erkenntnisse schnell auf Wirtschaftsseite Akzeptanz und Umsetzung finden können.

Auch bei den Niederländern sind die Bonner als kenntnisreiche Gesprächspartner bekannt. So fanden auf Initiative der niederländischen Wirtschaftgruppe Vieh und Fleisch (PVV) zwischen 2010 und 2014 mehrere Round Table in Bonn statt, jeweils besetzt mit niederländischen und deutschen Vertretern aus Wirtschaft und Forschung und moderiert von GIQS e.V.

Neue Wege beim Tierschutz können nur länderübergreifend und im europäischen Kontext Erfolg versprechen. Deshalb ist es nötig, auf europäischer Ebene Gehör zu finden. Mit der Animal Task Force, in der Brigitte Petersen die Position der deutschen Wissenschaftler vertritt, und die heute Organisationen aus dreizehn EU-Ländern repräsentiert, konnte eine Lobbyplattform in Brüssel etabliert werden, die mittlerweile die Themenschwerpunkte im EU Programm Horizon 2020 mitbestimmt hat. 

GIQS e.V. wird den seit Jahren eingeschlagenen Weg auch mit neuen Projektinitiativen, wie einem bei der BLE zur abschließenden Bewilligung vorliegenden Projekt, weitergehen. Dabei geht es darum, ein Markenfleischprogramm unter Berücksichtigung ökonomischer, sozialer sowie tierwohl- und tiergesundheitlicher Aspekte kundenorientiert weiterzuentwickeln.

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