English Nederlands Deutsch Intranet Login

SafeGuard

Auch in Krisenfällen soll die Milch sicher bleiben

Die Maul- und Klauenseuche (MKS) zählt in Mitteleuropa bereits zu den ‚exotischen Tierseuchen’. Insbesondere in Afrika und Asien ist diese hoch ansteckende Viruserkrankung jedoch noch weit verbreitet. Weltweit leben derzeit geschätzt mehr als 2,6 Billionen Klauentiere in Ländern mit ständigem Vorkommen der MKS. Zeitgleich nehmen die Produktion und der Handel mit tierischen Erzeugnissen aus solchen MKS-Endemiegebieten stetig zu. Damit verbunden steigt auch die Gefahr einer Wiedereinschleppung des Virus in Gebiete, die für eine lange Zeit MKS-frei waren.

Deshalb sind die Entwicklung von Notfallplänen ebenso wie das Vorhalten von Materialien zur schnellen Eindämmung der Tierseuche bei einem eventuellen Ausbruch wichtig. Da die Milch, selbst wenn noch keine Krankheitsanzeichen bei den Kühen zu erkennen sind, bereits virushaltig sein kann, sind Regelungen zum Umgang mit Milch in den Restriktionsgebieten eines MKSAusbruchs bereits fester Bestandteil vieler MKS-Krisenpläne in anderen Ländern. Damit verbunden sind oft auch praktische Vorbereitungen, wie z.B. die Ausstattung von Milchsammelwagen mit Desinfektionseinrichtungen. Aufgrund sehr unterschiedlicher struktureller Gegebenheiten, müssen individuelle Lösungen für die Abholung, unschädliche Beseitigung oder Verarbeitung von Rohmilch aus MKS-Krisengebieten erarbeitet werden.

Im Rahmen des Projekts SafeGuard wurden Erfahrungen und Lösungsansätze zum Umgang mit der Rohmilch aus MKS Restriktionsgebieten sowie zum „Imageproblem“ der solche Milch verarbeitenden Betriebe zwischen den Niederlanden, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen ausgetauscht. Um Erfahrungen zum Transport und zur Verarbeitung der Milch und zur Realisierbarkeit von notwendigen Maßnahmen im Krisenfall zu sammeln, wurden in drei niedersächsischen Molkereien Betriebsaudits mithilfe eines vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) entwickelten Auditbogens durchgeführt. Offene rechtliche Fragen zur MKS-Verordnung, wie z.B. die Probenahme und die Untersuchung von Milchproben auf Hemmstoffe wurden aufgegriffen und konnten geklärt werden.

Sowohl für die mitwirkenden Behörden, als auch für die Milchproduzenten und die milchverarbeitenden Unternehmen, erarbeitet das LAVES aus dem im SafeGuard-Projekt  gesammelten Wissen einen Leitfaden. Er soll einerseits der Krisenplanung dienen, andererseits werden darin praktische Lösungen und Materialien, z.B. in Form von Checklisten und Informationsblättern bereitgestellt, die im Falle eines Seuchenausbruchs das Krisenmanagement erleichtern sollen. Je nach Interesse ist das Herausgreifen einzelner Themengebiete, wie z.B. Grundlagen-Wissen zur MKS, Rechtsgrundlagen zum Transport und der Verarbeitung von Rohmilch aus MKS-Restriktionsgebieten oder zur unschädlichen Beseitigung dieser Milch möglich.

Der Leitfaden wird zum Ende des Jahres in gedruckter Form vorliegen und über das LAVES zu beziehen sein. Erstmals einer größeren Öffentlichkeit präsentiert werden die Ergebnisse während der GIQS-Konferenzwoche vom 11.-14.Oktober im Westfälischen Gut Havichhorst in der Nähe von Münster (nähere Informationen hierzu unter www.giqs.org).

« Zurück zur Übersicht